Unsere Hofgeschichte - aus dem Herzen gesprochen
Unser Naturhof liegt im romantischen Mittelfranken, im kleinen Dorf Suddersdorf, einem Ortsteil der Stadt Windsbach – der Heimat des weltbekannten Windsbacher Knabenchors.
Unsere Geschichte begann bereits im Jahr 1983. Damals fassten meine Schwiegereltern Hans und Martha Schwab einen mutigen Entschluss: Sie stellten ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf biologische Landwirtschaft um. Für meinen Schwiegervater kam dabei nur der Demeter-Verband infrage.
Zu dieser Zeit war dieser Schritt alles andere als selbstverständlich. Vielmehr wurden sie für ihre Entscheidung oft belächelt, und die biologische Landwirtschaft wurde von vielen kritisch betrachtet. Besonders die dreijährige Umstellungsphase von konventioneller auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung war eine große Herausforderung. Doch ihre Überzeugung war stärker als alle Zweifel – und sie gingen ihren Weg konsequent weiter.
Der Hof lebte damals von Milchkühen, Kartoffeln und zeitweise auch vom Karottenanbau. Mit der wachsenden Nachfrage nach Demeter-Kartoffeln entwickelte sich der Kartoffelanbau zunehmend zum Schwerpunkt. Schritt für Schritt wurden die Flächen erweitert, und der Hof wuchs langsam, gesund und nachhaltig.
Mein Mann Andreas, der den Hof später übernahm, wuchs gemeinsam mit seinen sechs Geschwistern in diesem besonderen Umfeld auf. Nachhaltigkeit, Respekt vor der Natur und biologisch-dynamisches Wirtschaften waren für sie von klein auf selbstverständlich.
Hans, Martha und Andreas waren Menschen, die offen für Neues waren. Sie besuchten zahlreiche Vorträge, griffen altes Wissen wieder auf und entwickelten ihre Anbaumethoden stetig weiter. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft bot ihnen dafür unzählige Möglichkeiten.
Vor über 20 Jahren wagten sie den ersten Versuch mit Hanf – zunächst, um die sandigen Böden zu lockern und ihnen neue Energie zu schenken. Niemand konnte damals ahnen, welche Bedeutung diese Pflanze einmal für unseren Hof bekommen würde.
Mit großem Stolz zeigten wir Freunden und Verwandten die ersten Hanffelder. Die Samen wurden geerntet und erstmals eingelagert. Kurz darauf folgte Braunhirse – ebenfalls mit großem Erfolg. Heute gehört sie selbstverständlich zu unserem Sortiment.
Eine besondere Entdeckung machte ich erst viele Jahre später: In einer alten Chronik unseres Dorfes fand ich den Hinweis, dass bereits um das Jahr 1600 in Suddersdorf Hirse, Linsen und Buchweizen angebaut wurden. Es berührt mich sehr, diese Tradition heute weiterführen zu dürfen.
Ich bin Michaela Schwab. Andreas und ich lernten uns mit 19 Jahren kennen. Ich verliebte mich nicht nur in ihn, sondern auch in den Hof und in die Art, wie seine Familie Landwirtschaft lebte. Die Herzlichkeit und die tiefe Überzeugung, mit der hier gearbeitet wurde, haben mich von Anfang an beeindruckt.
Einige Jahre später zog ich nach Suddersdorf, wir gründeten unsere Familie und wurden mit drei wunderbaren Söhnen beschenkt.
Im Jahr 2009 veranstalteten wir einen Hofabend. Dort bot ich zum ersten Mal frisch gemahlene Braunhirse an. Die Resonanz war überwältigend.
Damals entstand ein Gedanke, der mich bis heute begleitet: Wenn Menschen verstehen, was sie essen und warum bestimmte Lebensmittel so wertvoll sind, entscheiden sie sich bewusst für das, was ihnen wirklich guttut.
So begann – als unser mittlerer Sohn erst wenige Wochen alt war – meine Reise in die Direktvermarktung. Ein kleiner Bioladen gab mir die Möglichkeit, Braunhirse zu verkosten. Die Gespräche mit den Menschen zeigten mir, wie groß das Interesse an ehrlichen Lebensmitteln und fundiertem Wissen war.
Gemeinsam mit meiner Schwiegermutter Martha besuchte ich zahlreiche Biomärkte – zunächst in der Region, später auch weit darüber hinaus. Wir stellten Braunhirse, Getreide und Hanf vor. Besonders Hanf sorgte damals noch für viele überraschte Gesichter, denn als Lebensmittel war er kaum bekannt.
Ich begann, mich intensiv mit alten Getreidesorten und Urkörnern zu beschäftigen. Bücher, Seminare und unzählige Stunden des Lernens wurden zu einem unbezahlbaren Wissensschatz. Jedes Jahr probierten wir neue Kulturen aus – Amaranth, Buchweizen, Leinsamen und viele weitere.
Nicht alles gelang auf Anhieb.
Es gab Jahre voller Erfahrungen – und manchmal auch voller Tränen. Einmal stand unser wunderschöner Flachs erntereif auf dem Feld. Doch der Mähdrescher konnte ihn nicht schneiden. Erst später erfuhren wir, dass dafür besonders scharfe Messer notwendig gewesen wären.
Auch unser erstes Hanföl war eine wichtige Lektion. Da wir noch keine eigene Ölpresse hatten, ließen wir es extern pressen. Weil die Temperatur nicht optimal war, schmeckte das Öl ranzig. Solche Erfahrungen gehörten dazu – und machten uns Jahr für Jahr besser.
Mit der Zeit wurde immer deutlicher, dass Andreas seine große Leidenschaft im Getreideanbau gefunden hatte. Gemeinsam trafen wir die Entscheidung, uns von der Milchviehhaltung zu verabschieden und uns auf besondere Getreide- und Ölsaaten zu spezialisieren. Hans und Martha unterstützten diesen Schritt mit großer Freude.
Dann veränderte das Schicksal unser Leben.
Im Jahr 2011 verstarb mein Schwiegervater Hans nach kurzer Krankheit im Alter von nur 64 Jahren. Er hinterließ eine große Lücke, aber auch ein Lebenswerk und ein Fundament, auf dem wir weiter aufbauen konnten.
Zu seinen Ehren veranstalteten wir noch im selben Jahr ein Hoffest. Rund 2.500 Besucher kamen – ein unvergesslicher Tag voller Begegnungen und Wertschätzung.
Ebenfalls 2011 eröffneten wir unseren ersten Onlineshop – damals noch eine Besonderheit für einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Gleichzeitig entstanden immer mehr eigene Produkte: Müslis, Vollkornmehle, frisch gepresste Öle und Flocken. Mit eigenen Maschinen bauten wir die Verarbeitung stetig aus und spezialisierten uns auf die hofeigene Reinigung und Trocknung unserer Ernte.
Ohne die Unterstützung meiner Schwiegermutter, unserer Mitarbeiter, unserer Familie und vieler Freunde wäre all das nicht möglich gewesen.
Später bauten wir einen Laufstall, um weiterhin den Demeter-Richtlinien zu entsprechen. Die Rinder wurden als Fleischrinder gehalten und nicht mehr gemolken. Gleichzeitig wuchs das Interesse der Menschen an bewusster Ernährung immer weiter.
2021 entschieden wir uns deshalb, den Kartoffelanbau zu reduzieren und mehr Fläche für den Anbau besonderer Getreide und Ölsaaten zu nutzen.
Unser Leitsatz lautete von Anfang an:
„Vom Anbau bis zum Versand – alles aus Schwabs Bauernhand.“
Andreas kümmerte sich mit großer Leidenschaft um den Anbau. Ich übernahm die Vermarktung, den Onlineshop und unseren Hofladen. Gemeinsam waren wir ein starkes Team.
Bis zu jenem Tag im Jahr 2023.
Durch einen tragischen Sportunfall verlor ich meinen Mann.
Für unsere Kinder und mich brach eine Welt zusammen. Gleichzeitig lief der Betrieb weiter. Die Felder mussten bestellt, die Ernte organisiert und unsere Kunden versorgt werden.
Nach vielen schweren Monaten wurde mir klar, dass dieser Hof nicht nur Arbeit bedeutet. Er ist ein Teil meines Lebens und trägt das Herzblut mehrerer Generationen in sich.
Gemeinsam mit unseren drei Söhnen, unseren Mitarbeitern, Verwandten und vielen Freunden fand ich Schritt für Schritt zurück ins Leben. Unsere Kinder waren noch viel zu jung, um die Aufgaben ihres Vaters übernehmen zu können. Und doch haben sie mich mit einer Stärke unterstützt, die mich bis heute tief berührt und unglaublich stolz macht.
Auch die Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Alte Kulturen erleben eine Renaissance, regionale Zusammenarbeit gewinnt wieder an Bedeutung.
Ich habe ein starkes Netzwerk aus Demeter- und Bioland-Betrieben aufgebaut. Unsere Flächen und den Stall habe ich an einen Demeter-Kollegen verpachtet, der die biologisch-dynamische Bewirtschaftung in unserem Sinne fortführt. Gleichzeitig kann ich mein Wissen weitergeben und erleben, wie viele engagierte Menschen mit Leidenschaft an einer nachhaltigen Landwirtschaft arbeiten.
Heute wachsen auf unseren Feldern und bei unseren Partnerbetrieben unter anderem Braunhirse, Getreide, Leinsamen, Kichererbsen, Linsen, Erbsen, Lupinen, Mohn, Schwarzkümmel und viele weitere Kulturen.
Unser Hofladen wurde erweitert und legt heute einen besonderen Schwerpunkt auf unverpackte, regionale und biologische Lebensmittel. Gemeinsam mit meinem Team stelle ich weiterhin frisch gepresste Öle, Vollkornmehle, Flocken und viele weitere hochwertige Produkte her.
Nachdem auch meine Schwiegermutter Martha im Jahr 2024 verstorben ist, begann für mich eine Zeit des Innehaltens. Ich absolvierte zahlreiche Weiterbildungen und setzte mich intensiv mit den Themen Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und innerer Balance auseinander.
Aus eigener Erfahrung weiß ich heute, wie eng Körper, Geist und Seele miteinander verbunden sind. Es ist nicht immer leicht, nach schweren Schicksalsschlägen wieder ins Gleichgewicht zu finden – aber es ist möglich.
Eine bewusste Ernährung mit hochwertigen, regionalen Lebensmitteln bildet dabei für mich die Grundlage. Sie versorgt unseren Körper mit wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und vielen weiteren natürlichen Nährstoffen.
Ergänzend dazu habe ich mich entschieden, ausgewählte hochwertige Nahrungsergänzungsmittel in unser Sortiment aufzunehmen.
Eine besondere Herzensangelegenheit sind außerdem unsere selbst hergestellten MiNa-Blütenessenzen. Ich habe sie auf meinem eigenen Weg kennengelernt und schätzen gelernt. Heute stellen wir diese Essenzen mit viel Sorgfalt auf unserem Hof selbst her. Über ihre Entstehung und ihre Besonderheiten werden wir Ihnen bald noch mehr erzählen.
Zum Schluss möchte ich Ihnen von Herzen Danke sagen.
Danke für Ihre Treue, Ihr Vertrauen und Ihre Wertschätzung in all den vergangenen Jahren.
Es ist mir eine große Ehre, den Hof der Familie Schwab weiterzuführen und das Lebenswerk meiner Schwiegereltern und meines Mannes mit Respekt, Liebe und Verantwortung in die Zukunft zu tragen.
Wir bleiben Ihnen erhalten.
Und wir freuen uns auf alles, was noch vor uns liegt.
In Liebe verbunden
Ihre Michaela Schwab